Antrag: Umgestaltung der Indestraße jetzt als Chance sehen

Veröffentlicht am 05.03.2021 in Ratsfraktion
 

Die Diskussion rund um den Rückbau der Indestraße ist nicht neu. Bereits seit Jahrzehnten wird immer wieder über eine mögliche Umgestaltung der Indestraße diskutiert. Die Realisierung scheiterte am Ende an fehlendem Geld, fehlender Einigkeit oder fehlendem Mut.

Am 04.03.2021 fand auf unsere gemeinsame Initiative hin eine Sondersitzung des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses (PlUBA) zum Thema „Rückbau der Indestraße“ statt. Diese Sondersitzung war notwendig, um der Bedeutung und Komplexität des Themas gerecht zu werden. Bereits im Februar wurden im PlUBA die Ergebnisse einer Online-Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie die Resultate einer Untersuchung zur Änderung der Verkehrsführung vorgestellt.

Aus der Bevölkerung heraus kamen schon zahlreiche gute Ideen und Ansätze – teils in Form von dezidierten Ausarbeitungen. Es gab allerdings auch Vorbehalte und kritische Stimmen. Alle Meinungen fließen in den Prozess der Abwägung mit ein. Die Indestraße in ihrer heutigen Form entspricht keineswegs dem, was Eschweiler an dieser Stelle bieten könnte. Sie ist eine Straße, die nicht zum Verweilen einlädt, sondern die lediglich dem schnellen Durchqueren der Innenstadt mit dem PKW dient. Damit stellt sie eine tiefe künstliche Schneise im Herzen unserer Stadt, mit dem nördlich so schön gestalteten Markplatz und der südlich liegenden Fußgängerzone, dar. Eschweiler bleibt damit weit hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Wir sind überzeugt davon, dass die Entwicklungsmöglichkeiten Eschweilers mit einer zurückgebauten und umgestalteten Indestraße deutlich größer sind, als im aktuellen Zustand. Gleichzeitig sind wir uns bestehender Probleme bewusst und nehmen diese ernst. Die Verkehrsuntersuchung hat gezeigt, dass es Verdrängungsverkehre in anderen Bereichen Eschweilers geben wird, da sich der Verkehr teilweise auf andere Straßen verteilen wird. Das auszusprechen gehört zu einem transparenten Prozess ebenso dazu, wie die vielfachen Vorteile herauszustellen, die eine Umgestaltung bietet. Aus diesem Grunde haben wir die Vorlage im Planungsausschuss um einen wesentlichen Punkt erweitert:

„Der Ausschuss befürwortet eine Umgestaltung und einen Rückbau der Indestraße auf zwei Fahrspuren und beauftragt die Verwaltung mit der Entwicklung eines Gesamtkonzeptes zur tragfähigen Abwicklung der Verdrängungsverkehre im Stadtgebiet.“
 
Doch was bedeutet der Beschluss, der jetzt getroffen wurde?

Der Beschluss ist eine grundsätzliche Entscheidung und leitet die Vorbereitungen für eine Umgestaltung der Indestraße ein. Er stellt weder einen Startschuss für Baumaßnahmen dar, noch behandelt er die detaillierte Gestaltung. Mit dem Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, einen Umbau mit den anderen zu beteiligenden Behörden abzustimmen. Außerdem sind Fördergelder für den Städtebau anzumelden. Darüber hinaus erhält die Verwaltung die Aufgabe, das oben genannte Gesamtkonzept zur Regelung der Verkehrsflüsse zu erarbeiten, die durch den Rückbau andernorts in Eschweiler entstehen. Die Ergebnisse der Gespräche, erste Planungsentwürfe und konzeptionelle Ansätze zur Verkehrslenkung werden zu gegebener Zeit im PlUBA besprochen. Die Kommunalpolitik bleibt damit zu jeder Zeit Herrin des Verfahrens und kann entsprechend einwirken. All die Details und Gestaltungsmöglichkeiten der Verkehrsführung, der Aufenthaltsflächen, der Begrünung, einer Freitreppe oder eines Indebalkons werden erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Erste Ergebnisse sollen dem Planungsausschuss noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

  • Wir wollen die Aufenthaltsqualität in Eschweiler verbessern.
  • Wir wollen den Fluss – als Lebensader unserer Stadt – erlebbarer machen.
  • Wir wollen die vielfach betonierten Flächen durch noch mehr Grün in der Innenstadt aufwerten.
  • Wir wollen es Fußgängern und Radfahrern erleichtern, sich in der Innenstadt zu bewegen.
  • Gleichzeitig wollen wir aber auch die bestehenden Probleme des Verkehrs im Blick behalten und dafür sorgen, dass angespannte Verkehrssituationen entschärft und nicht verschlimmert werden.

Dafür bringen wir jetzt den Mut auf und fassen diesen Grundsatzbeschluss.

Wir werden das jetzt beginnende Verfahren eng begleiten. Wir glauben daran, dass vereinte politische und gesellschaftliche Kräfte den Fluss im Herzen unserer Stadt nutzbar und erlebbar gestalten und unsere Innenstadt weiterentwickeln können. Wir sind bereit, uns in diesem Sinne aktiv einzubringen.

 

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