Antrag: Glasfaser für ganz Eschweiler

Veröffentlicht am 20.07.2019 in Ratsfraktion

In einem Antrag an Bürgermeister Rudi Bertram beantragt die SPD-Fraktion eine Glasfaser-Strategie für Eschweiler.

Der Rat der Stadt Eschweiler soll die Verwaltung damit beauftragen, Verhandlungen mit regionalen Netzbetreibern und gegebenenfalls weiteren Kooperationspartnern zu einem Projekt "Glasfaser für ganz Eschweiler" zu führen. Ziel dieses Projektes soll sein, flächendeckend Glasfaseranschlüsse bis in jedes Gebäude (FTTH, Fibre To The Home) zu installieren.

Die Verwaltung soll dem Rat zeitnah die Ergebnisse seiner Gespräche vorlegen, damit der Rat die Ergebnisse bewerten und den Startschuss des Projektes "Glasfaser für ganz Eschweiler" beschließen kann.

Über die Initiative der SPD-Fraktion entscheidet der Stadtrat in seiner Sitzung am 24.09.2019.

Begründung:

Schnelle und starke Datenautobahnen sind unverzichtbar geworden. Auch deshalb hat der Rat der Stadt Eschweiler bereits in der Vergangenheit beschlossen, den Breitbandausbau in Eschweiler mit verschiedenen Kooperationspartnern zu beschleunigen.

So ist unter anderem die Deutsche Glasfaser dabei, mittels Nachfragebündelung, insbesondere in Randlagen, den Glasfaserausbau mit FTTH-Technik, also bis ins Haus, vorzunehmen. Andere Bereiche in Eschweiler wurden die Deutsche Telekom mit der Vectoring-Technik erschlossen. Allerdings basiert diese weiterhin auf dem klassischen Kupferkabel und bietet somit keine echte Zukunftssicherheit.

Vectoring kann zwar die Lücke zwischen dem klassischen DSL bis 16MBit/s und Breitband bis 100Mbit/s schließen, stößt dann aber an seine technischen Grenzen. Zugleich ist dieser Bereich aber für die Deutsche Glasfaser o. ä. uninteressant, weil heute gängige Anwendungen (Internet, Telefon, HD-TV) mit 100Mbit/s ausreichend gut angeschlossen sind. In Zukunft, wenn etwa 4K- oder 8K-Fernsehen Standard ist, wird sich das Kupferkabel „auf der letzten Meile“ als Bremsebemerkbar machen.

Glasfaserleitungen hingegen übertragen Daten mit der höchsten Geschwindigkeit überhaupt – mit Lichtgeschwindigkeit. Entsprechend sind diese auch weitaus schneller als die Kupferleitungen der DSL- oder VDSL-Netze.

Insbesondere für Unternehmen, die darauf angewiesen sind, viele Daten ins Netz zu senden, stellt Glasfaser eine immense Verbesserung dar. Schließlich sind die meisten Glasfaser-Angebote bidirektional. Soll heißen: Up- und Download sind gleich schnell. Gerade beim Versenden von Daten sind selbst die schnellsten Kupfer-Lösungen über das TV-Kabel nicht ansatzweise konkurrenzfähig und zukunftsfest.

Es ist deshalb sinnvoll, bereits heute die Vorbereitungen dafür zu treffen, dass es nicht in einigen Jahren den nächsten Stau auf der Datenautobahn gibt. Darum ist eine „Vollverkabelung“auf Glasfaserbasis die einzig sinnvolle Lösung.

Da die bisherigen Akteure diesen Lückenschluss in vielen Städten nicht schaffen, engagieren sich in anderen Städten lokale Stadtwerke und erkennen das Vorhalten von Glasfasernetzen als Teil kommunaler Daseinsvorsorge. Nicht zuletzt ist flächendeckendes FTTH auch ein Wirtschaftsfaktor und klarer Standortvorteil.

Mittlerweile engagieren sich bundesweit viele Stadtwerke beim Glasfaserausbau.

Die Stadt Eschweiler sollte daher mit einem regionalen Netzbetreiber kooperieren, um die Bereiche mit Glasfaser zu erschließen, die bisher noch auf Kupferkabel-Basis ans Internet angeschlossen sind.

Antrag als PDF-Dokument anzeigen

 
 

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