OV West: Via Sandberg ins Parkhaus am Bahnhof

Veröffentlicht am 02.05.2018 in Ortsverein

SPD schlägt Alternative zu Parkhausbau neben dem Bahnhofsgebäude vor. Zufahrt von Süden wichtig, wenn Tunnel Stich gesperrt ist.

Dass der Hauptbahnhof alles andere als ein Aushängeschild für die Indestadt ist, ist bekannt. Dass die Parkplätze rundum ständig überfüllt sind, ebenfalls. Beides könnte sich bald ändern. Denn die Bahn will noch in diesem Jahr damit beginnen, den Bahnhof gründlich zu erneuern: mit neuen höheren Bahnsteigen, die ein bequemes Ein- und Aussteigen in die Regionalzüge der neuen RRX-Generation ermöglichen, mit barrierefreiem Zugang mittels zweier Aufzüge, einer überarbeiteten Personenunterführung, einem neuen Bahnsteigdach am Hauptgebäude, vier Wetterschutzhäusern an den Gleisen 3 und 4 und anderem mehr.

Dass sich auch die miserable Parksituation am Bahnhof ändert, darauf drängt jetzt einmal mehr die SPD West.

Überlegungen, auf dem rückwärtigen Gelände der Firma F.A. Neuman ein Parkdeck mit Zufahrt über den Sticher Berg zu errichten, gab es schon seit Jahren. Doch die haben sich inzwischen wohl endgültig zerschlagen. Das Gelände wird anderweitig genutzt, „eine ehemalige Bereitschaft des Grundstückseigentümers, Flächen auf dem Neuman-Gelände für den Bau und die Erschließung eines P & R-Parkhauses zur Verfügung zu stellen“, so teilt die Stadt mit, bestehe zurzeit nicht mehr.

Jetzt schlägt die SPD vor, ein Parkhaus auf der Südseite, abseits des Neuman-Geländes zu errichten. Dies würde einen zweiten Zugang zum Bahnhof gewähren, was vor allem dann von Bedeutung ist, wenn der Tunnel Sticher Berg aufgeweitet und während der Bauzeit für Jahre gesperrt wird. Zudem würde es die seit Jahrzehnten verkehrsstressgeplagten Anwohner der Invalidenstraße erheblich entlasten.

Die Zufahrt zu dem Parkhaus, so die SPD, könnte über eine Stichstraße vom Sandberg her erfolgen – auf das Obergeschoss des Gebäudes. Vom Erdgeschoss aus könnten Fußgänger und Radfahrer dann direkt auf den Bahnsteig des Gleises Richtung Köln gelangen.

Von möglichen Alternativen – einem Parkhaus rechts oder links neben dem Hauptbahnhofsgebäude – hält die SPD nichts: Das würde nicht nur das Aussehen des historischen Bahnhofs beeinträchtigen, sondern auch das Problem Invalidenstraße nicht lösen. Zudem stünden für die Bauzeit keine Ausweichparkplätze zur Verfügung.

Auch die Finanzierung des Parkhauses sehen die Genossen bereits als gesichert an. In einem Schreiben an Bürgermeister Rudi Bertram verweisen Vorsitzender Frank Wagner und Geschäftsführer Günter Badura auf Stolberg. Die Nachbarstadt baute 2017 ein Parkhaus mit 245 Stellplätzen unmittelbar neben den Gleisen des dortigen Hauptbahnhofs. „Aus einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling ist uns bekannt, dass der Nahverkehr Rheinland (NVR) das Parkhaus mit 90 Prozent gefördert hat“, schreiben die Vorständler. „Mit dem Förderbetrag von 3,44 Millionen Euro wurden das Parkhaus, Fahrradboxen und der Ausbau der Zufahrtsstraße finanziert.“ Und: „Laut Stefan Kämmerling verfügt der NVR weiterhin über umfangreiche Mittel für die Förderung.“

Bislang stehen alle Pkw-Stellplätze am Eschweiler Hauptbahnhof kostenfrei zur Verfügung. Wer dagegen mit dem Fahrrad kommt und eine der zehn Radboxen nutzen möchte, muss dafür zahlen. Für E-Bike-Fahrer gibt es keine speziellen Sicherungsmöglichkeiten. Folgt man dem „Handbuch Mobilstation NRW“ des Zukunftsnetzes Mobilität NRW, so sollte der Hauptbahnhof folgende Angebote vorhalten, die nur zum Teil bereits vorhanden oder aber erneuerungsbedürftig sind: Taxistand, Pkw-Stellplätze, Ladestation für E-Pkw, Fahrradabstellanlage, Fahrad-Verleihstation, Ladestation für E-Bikes, Aufenthaltsraum, Sitzgelegenheiten, W-Lan-Punkt, öffentliche WC-Anlage, Gepäckschließfächer, Kiosk/Bäckerei, Verkaufsautomaten sowie eine Notruf-/Informationssprechstelle.

Die Modernisierung des Hauptbahnhofs und seines Umfelds wird umso dringlicher, als mit Einführung des neuen RRX 2020 deutlich steigende Fahrgastzahlen erwartet werden: Der RRX soll öfter und zuverlässiger fahren, bietet W-Lan, bis zu 800 Fahrgastplätze und 18 Fahrradabstellplätze. In Eschweiler hält der RRX 1 (Aachen – Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund) sowie der RRX 2 (wie vor, aber weiter über Hamm und Paderborn nach Kassel).

(Quelle: Eschweiler Nachrichten / Eschweiler Zeitung vom 01.05.2018; Bericht von Rudolf Müller)

 
 

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