OV West: Frank Wagner übernimmt Vorsitz von Peter Kendziora

Veröffentlicht am 28.03.2017 in Ortsverein

Der SPD-Ortsverband Eschweiler-West hat nach 24 Jahren einen neuen Vorsitzenden. Der scheidende bleibt der Politik erhalten.

Immer wieder bleibt Peter Kendziora die Stimme weg. Dann muss der 69-Jährige sich sammeln und kann für kurze Zeit nicht sprechen, weil ihn Tränen der Rührung übermannen. Denn der Abend, ein Freitagabend, im Hotel Flatten ist nicht irgendein Abend. Es ist der Abend, an dem der Ratsherr, ein gestandener Sozialdemokrat, den Vorsitz seines heimischen SPD-Ortsverbands Eschweiler-West abgibt – nach stolzen 24 Jahren an der Spitze seiner Genossen in Röthgen, Pumpe und Stich abgibt. Zum Dank für seine mannigfaltigen Verdienste haben seine Weggefährten den Ratsherrn, der erst einmal eben das bleiben will, zum Ehrenvorsitzenden befördert – eine Ehrung mit Tiefe und Hintergrund, ging doch mit Kendzioras Rücktritt bei der Jahreshauptversammlung des Ortsvereins ging zugleich eine ganze Ära zu Ende.

„OV Pattex“

Herzlichkeit pur bestimmte die Szenerie. Wie im Handstreich standen kurz vor dem offiziellen Ende der Versammlung die Vorstandskollegen vorne und drückten Peter Kendziora noch mal ans Herz – mit Reden und mit Taten. Monika Medic zum Beispiel, die kurz zuvor zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden (siehe Infotext) gewählt worden war, wusste ganz genau um die Qualitäten des scheidenden OV-Chefs: „Der Vorsitzende braucht ein weiches Herz und einen klaren Kopf.“ Und zum Abschied: „Danke dafür, dass Du unser Teamchef warst.“ 

Achim Schyns, IG-Metall-Chef in Aachen, Ratsherr in Eschweiler und Revisor in West, packte die Sache von der humorvollen Seite an und rief den Zuhörern in Erinnerung: „Weil wir hier so gut zusammenhalten, werden wir anderswo „OV Pattex“ genannt.“ Sprach‘s und überreichte Peter Kendziora eine Tube des genannten Klebstoffs. Das Beste indes kam zum Schluss: Auf einen spontanen Vorschlag (will sagen: auf der Tagesordnung keine Spur davon) des frisch gebackenen Vorsitzenden Frank Wagner wählten die 32 Stimmberechtigten unter Beifall auch der zahlreichen anderen Teilnehmer seinen Vorgänger zum Ehrenvorsitzenden.

114 Mitglieder

Wie er zuvor bekannt gab, hat Kendziora, inzwischen 69, keineswegs vor, sich ganz aus der Politik raus zu tun. Ratsherr und Ausschussvorsitzender will er auch künftig bleiben – da gibt es für ihn kein Wenn und kein Aber.

Ein umfangreiches Bild des Geschehens im Ortsvereins ergaben zuvor die Rechenschaftsbericht. So konnten die West-Genossen von der verbreiten Begeisterung um ihren neuen Frontmann Martin Schulz: „In jüngster Zeit gab es fünf Neueintritte“, meldete der Noch-Vorsitzende zum Auftakt der Veranstaltung. Einblick in die Statistiken gab Lars Nieveler, zu jenem Zeitpunkt noch Geschäftsführer und nun Beisitzer. 114 Mitglieder zählte der Ortsverein zum 31. Dezember 2016. Der Prozentsatz an Mitgliedern im Rentenalter, die ihrer SPD seit vielen Jahren die Treue halten, liegt hier recht hoch – 55 Prozent sind 60 oder älter. Lars Nievelers Fazit: „Man sieht, dass wir ein Stück mehr gealtert sind.“ Immerhin: Der Mittelbau der Sozialdemokraten in Eschweiler-West zwischen 35 und 59 stellt mit 29 Prozent die zweitstärkste Gruppe. 

Der neue Vorstand  der SPD West

Bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Eschweiler-West wurden in Vorstandsämter gewählt: Frank Wagner (Vorsitzender), Monika Medic (stellvertretende Vorsitzende), Günter Badura (Geschäftsführer), Dirk Döscher (stellvertretender Geschäftsführer), Hans-Josef Gran (Kassierer), Thomas Rehahn (stellvertretender Kassierer), Thorsten Müller (Bildungsbeauftragter) und Anna Medic (stellvertretende Bildungsbeauftragte). Beisitzer sind Hans Günter Bömeke, René Costantini, Andreas Lutter und Lars Nieveler, Revisoren Achim Schyns, Regina Rehahn und Beatrix Lenzen.

(Quelle: Eschweiler Nachrichten / Eschweiler Zeitung vom 28.03.2017; Bericht von Christoph Hahn)

 
 

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