Gibt’s bald „Eschweiler Stadthonig“ vom Rathausdach

Veröffentlicht am 21.04.2017 in Ortsverein

​SPD will mit Blick auf die geplanten Dachgärten im Rathausquartier Bienenstöcke aufs Dach des Verwaltungsdomizils setzen lassen

Im ersten Moment klingt es paradox, Bienen in Innenstädten anzusiedeln und damit Natur und Wildnis auf Beton, Stein und Abgase treffen zu lassen. Doch der SPD-Ortsverein Eschweiler-Mitte hat sich nun das Thema „Bienen“ auf die Fahne geschrieben und möchte erreichen, dass auf dem Dach des Rathauses Eschweiler Bienenstöcke angesiedelt werden können. 

„Bienen sind kleine und unscheinbare Lebewesen, die doch von enormer Wichtigkeit für unser Ökosystem sind. Laut einer Studie aus dem Jahre 2013 entspricht die weltweite Bestäubungsleistung von Bienen einem Wert von rund 265 Milliarden US-Dollar, und gerade in Innenstädten produzieren Bienen teilweise doppelt so viel Honig wie auf dem Land, weil das Nahrungsangebot an Blüten in städtischen Parks und Gärten größer ist“, sagt der Geschäftsführer der SPD Eschweiler-Mitte, Aaron Möller. Die Genossen der SPD Eschweiler-Mitte unter Vorsitz von Stephan Löhmann wollen mit dem Antrag erreichen, dass das Bewusstsein für die biologische Vielfalt und Gefährdung des Ökosystems symbolisch stärker geweckt wird und die Stadt Eschweiler sich dem Negativtrend des Bienensterbens entgegensetzt.

Deutschlandweit gibt es gute Beispiele für Bienen in Innenstädten. Seit 2011 sind auf mehr als einem Dutzend Gebäuden in Berlin Bienenstöcke errichtet, darunter der Berliner Dom und das Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages. Auch München, Frankfurt am Main und Hamburg haben sich angeschlossen. Erst im März 2017 wurde die hessische Staatskanzlei mitten in Wiesbaden zum Zuhause von 100 000 Honigbienen, die vom Dach der Staatskanzlei auf Futtersuche ausschwärmen. 

Die Stadt Eschweiler ist seitens der Verwaltung und Politik durchaus bereits seit Jahren darum bemüht, grüne Projekte zu unterstützen. Beispielhaft zu nennen sind hierfür die Teilnahme am European Energy Award und die Umsetzung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes. Auch befindet sich die Stadt Eschweiler aktuell auf dem Weg zu einer sogenannten „Fair-Trade-Town“. Ein weiterer Schritt in diesen ökologischen Bemühungen wäre nun das Aufstellen von Bienenstöcken auf dem Dach des Rathauses. Die jüngst veröffentlichten Pläne zu Neubaumaßnahmen im „Rathaus-Quartier“ zeigen eine Vielzahl von Dachgärten. „Hier ist das Trend-Stichwort ,urban gardening‘ anzusprechen, was zukünftig auch einen idealen Lebensraum für Bienen in Innenstädten darstellen würde“, betont die SPD. Gefahren, die für die Bevölkerung entstehen, seien nicht ersichtlich. Durch das Aufstellen auf dem Dach sei eine gewisse Distanz zwischen Ausschwärmort und Bevölkerung gegeben, die zudem auch den versehentlichen oder unbefugten Kontakt verhindert. 

Für die Errichtung und Pflege setzt die SPD auf die Mithilfe des örtlichen Imkervereins, zu dem die Genossen bereits Kontakt aufgenommen haben. Die SPD denkt auch an Schulveranstaltungen, wie Exkursionen im Biologie-Unterricht verschiedener Schulen, die Hilfe von Schülern bei der Pflege der Bienenstöcke oder aber Teilnahme bei der Honiggewinnung eines „Eschweiler Stadthonigs“.

(Queller: Eschweiler Nachrichten / Eschweiler Zeitung vom 20.04.2017)

 

Bundestagskandidatin Claudia Moll

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