Die neue Abgeordnete Claudia Moll und ein „sehr aufregender Abend"

Veröffentlicht am 27.09.2017 in Unterbezirk

Claudia Moll hat für die SPD die meisten Erststimmen in der Städteregion auf sich vereint und zieht als Abgeordnete für ihre Partei in den Bundestag ein. Am Ende setzte sie sich knapp gegen den CDU-Kandidaten Helmut Brandt durch. Wir stellten der 48-jährigen gebürtigen Eschweilerin nach ihrem Wahlsieg einige Fragen.

Herzlichen Glückwunsch zum Einzug in den Bundestag, Frau Moll! Das wird eine kurze Nacht für Sie gewesen sein…

Claudia Moll: Der Abend war für mich natürlich sehr aufregend, weil es ja auch sehr knapp war. Als das Ergebnis endlich feststand, war ich sehr erleichtert und froh, den Abend im Kreise meiner Freunde und Familie feiern zu können. Das Ergebnis der SPD war für uns alle natürlich enttäuschend. Große Sorge bereitet mir der stattfindende Rechtsruck in unserer Gesellschaft, der sich leider auch im Wahlergebnis widerspiegelt. 

Entgegen dem bundesweiten Trend haben Sie in der Städteregion den Wahlsieg für die SPD geholt. Was, meinen Sie, war ausschlaggebend für Ihren Erfolg, und was waren die Gründe für das schlechte Abschneiden Ihrer Partei? 

Moll: Ich habe von vielen Menschen gehört, dass ich durch meinen Lebenslauf und mein inhaltliches Profil das Programm der SPD, also die Forderung nach mehr Gerechtigkeit, authentisch und ehrlich rüberbringen konnte. Durch meine Arbeit als Altenpflegerin kenne ich die Sorgen und Nöte vieler Menschen. Die Menschen in der Städteregion Aachen spüren, dass unsere Gesellschaft immer weiter auseinander driftet, wenn wir nichts gegen Pflegenotstand, Altersarmut oder prekäre Beschäftigung unternehmen. Diese Themen haben die SPD und Martin Schulz bundesweit versucht, anzusprechen. Wir hatten ein gutes Programm und einen tollen Spitzenkandidaten. Allerdings haben der SPD die vier Jahre in der Großen Koalition nicht gut getan. Umso wichtiger ist es, dass Martin Schulz eine weitere Große Koalition jetzt ausgeschlossen hat. 

In einem Monat nehmen Sie Ihren Platz im Parlament ein und werden in der kommenden Legislaturperiode vermutlich aus der Opposition heraus agieren. Was nehmen Sie sich vor? 

Moll: Selbstverständlich werde ich mich für die Belange der Menschen in meinem Wahlkreis einsetzen. Darüber hinaus habe ich im Wahlkampf deutlich gemacht, dass sich besonders im Bereich Pflege eine Menge tun muss. Nun kann ich dieses Thema leider nicht aus einer Regierungskoalition heraus bearbeiten. Weil wir jetzt auf der Oppositionsbank Platz nehmen müssen, werde ich meine Forderungen umso lautstarker nach vorne bringen. 

Den bei der Bundestagswahl unterlegenen CDU-Bewerber und bisherigen Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt hatten wir ebenfalls um ein Interview gebeten. Bis Redaktionsschluss gab es keine Reaktion.

(Quelle: Super Mittwoch vom 27.09.2017, Interview von Tim Griese)

 
 

Facebook

Mitmachen!