AG 60 plus: In Eschweiler sollen neue Kitas und Arbeitsplätze entstehen

Veröffentlicht am 10.05.2016 in Arbeitsgemeinschaften

Bustour mit der Arbeitsgemeinschaft 60plus der Eschweiler SPD 

Entgegen einer von der RWTH vor einigen Jahren angefertigten Studie, die besagte, die Einwohnerzahl Eschweilers werde abnehmen, wächst die Indestadt: „Inzwischen dürfte die Einwohnerzahl bei über 58 000 liegen“, erklärte Bürgermeister Rudi Bertram während einer Busrundfahrt, zu der Angelika Köhler als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft 60plus der Eschweiler SPD rund 50 Gäste begrüßen konnte.

Also gehöre die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu den vordergründigsten Aufgaben der Stadt. So sehe das Projekt Gutenbergstraße 40 neue Wohnungen vor, die einerseits Flüchtlingen, aber auch Einheimischen, die in anderen Wohngegenden die Mieten nicht mehr bezahlen könnten, zur Verfügung gestellt werden sollen. Das Stichwort laute Sozialer Wohnungsbau. „Die Umsetzung ist allerdings noch lange nicht abgeschlossen. Bis jetzt sind erst sechs oder sieben Wohnungen bezogen worden“, so der Verwaltungschef, der kurz darauf während der Fahrt durch die August-Thyssen-Straße die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf die seit Jahren unbenutzte Eissporthalle lenkte. „Es mussten dicke Bretter gebohrt werden. Doch nun ist es gelungen, eine Situation herzustellen, die es uns möglich macht, einen Bebauungsplan aufzulegen, der den Abriss der Eissporthalle vorsieht. An deren Stelle soll dann Wohnbebauung erfolgen.“

„Wohnen am Wasser“

Und auch im Bereich des ehemaligen Inde-Stadions entsteht Wohnraum. „Hier wird es innerhalb der nächsten beiden Jahren mit dem Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern losgehen“, so Rudi Bertram, wobei der Arbeitstitel der Maßnahme „Wohnen am Wasser“ laute. Ebenfalls im Blickpunkt der Stadtverwaltung sei, das Angebot an Kindergärtenplätzen zu erweitern: So entstehe im Bereich Inde-stadion ein Awo-Kindergarten mit fünf Gruppen und auch am Florianweg werde ein Kindergarten in unmittelbarer Nähe zum Seniorenzentrum gebaut, der Platz für fünf Gruppen biete. „Im Gegenzug werden die Kindergärten Karlschule sowie Katharina-Fey in Kinzweiler aufgelöst“, berichtete der Bürgermeister den Mitfahrern. Doch damit nicht genug: Im Umfeld des Sportplatzes Patternhof sei ein weiterer Kindergarten, der auch von der Inselstraße erschlossen werden solle, in Planung. „Wahrscheinlich wird noch im Jahr 2016 der Spatenstich erfolgen.“

Nicht zufriedenstellen könne die nach wie vor zu hohe Arbeitslosigkeit in Eschweiler. Doch es gebe Lichtblicke. So seien nach dem Weggang der Prysmian-Group fast alle Flächen des ehemaligen Lynen-Werks inzwischen wieder verpachtet. „Ende des Jahres werden hier wieder mehr Arbeitsplätze vorhanden sein, als in der Schlussphase der Prysmian-Zeit.“ Sehr wichtig für den Gewerbestandort Eschweiler sei die Entscheidung gewesen, die Autobahnauffahrt Weisweiler zu belassen. „Für Investoren ist dies von entscheidender Bedeutung.“ Selbstverständlich sei die Situation in Sachen RWE für Eschweiler sehr problematisch. „Die Energiewende ist unaufhaltsam und auch der richtige Weg, nicht zuletzt, da sie gesellschaftlich gewollt ist, doch sie muss sozialverträglich vonstatten gehen. Schließlich hängen hier 1500 Arbeitsplätze direkt vom RWE ab. Hinzu kommen die Zulieferer.“ Ihm „RWE-Hörigkeit“ zu unterstellen, sei schlicht falsch und darüber hinaus auch kurzsichtig. „Alle, die RWE verteufeln, sollten unter anderem nicht vergessen, dass RWE auch Inhaber sehr großer Flächen ist, die Riesenchancen bieten. Die Verantwortlichen von RWE sind Partner, mit denen ich reden können muss“, betonte Rudi Bertram.

Rasante Entwicklung

Eine wahrlich rasante Entwicklung habe der Industrie- und Gewerbepark (IGP) genommen, der inzwischen nahezu vollständig vermarktet worden sei und in zehn Jahren rund 1300 Arbeitsplätze habe entstehen lassen. „Und da behaupten Neunmalkluge, es gäbe in Eschweiler immer noch keinen Strukturwandel“, teilte der Verwaltungschef aus. Als weitere interessante Projekte für einzelne Ortsteile nannte der Bürgermeister das Projekt „Neue Höfe“ in Dürwiß auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes des SCB Laurenzberg, das ressourcenfreies Bauen in den Vordergrund stelle sowie das bald entstehende neue „Zentrum Weisweiler“ auf der Hauptstraße. Grundsätzlich dürfe nicht vergessen werden, wie schwierig teilweise Verhandlungen mit Investoren verliefen. „Vom ersten Gespräch bis zur Vollendung des Media-Marktes hat es acht Jahre gedauert“, lieferte Rudi Bertram ein Beispiel. Eschweiler habe natürlich mit unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen, so etwa beim Thema City-Center und Hertie-Immobilie. Die Entwicklung der Stadt generell schlecht zu reden, sei jedoch der gänzlich falsche Weg.

(Quelle: Eschweiler Nachrichten / Eschweiler Zeitung vom 10.05.2016; Bericht von Andreas Röchter)

 
 

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