100% Ökostrom = 0% fair – darum Energiemix mit Augenmaß

Veröffentlicht am 09.11.2017 in Ratsfraktion

Presseinformation

 

Passend zur bald schon beginnenden Vorweihnachtszeit könnte man sagen „alle Jahre wieder“ verlängert sich der Stromliefervertrag für die Stadt Eschweiler automatisch. Doch in diesem Jahr soll das anders sein, denn es soll über einen neuen Vertrag entschieden werden.

 

Bisher beinhaltet der Vertrag einen Strommix aus 70% Normalstrom und 30% Ökostrom. Betrachtet man die energetische- und gesellschaftliche Entwicklung, dann ist dieser Mix nicht mehr Zeitgemäß. Für eine Stadt die mit einem Projekt wie „Neue Höfe“ oder der energetischen Sanierung innerstädtischer Gebäude klare Zeichen setzt in Richtung Energiewandel, ist ein Anteil von 30% Ökostrom zu wenig.

 

Eine Umstellung komplett auf Ökostrom wäre allerdings weit übers Ziel hinaus geschossen und an jeglicher gesellschaftlicher Realität vorbei geplant.

„Eine faire Beteiligung der Menschen und eine Energiewende mit Augenmaß haben wir bereits in der Resolution des Rates im Jahr 2015 gefordert. Damit ist für uns klar, dass wir einen Strommix anstreben werden, der nicht einfach einen Teil der Menschen von dieser Entwicklung abkoppelt.“, stellt die Vorsitzende der SPD Ratsfraktion Nadine Leonhardt klar.

 

Die SPD Fraktion hat sich für einen Strommix aus 50% Normalstrom und 50% Ökostrom ausgesprochen. Diese deutliche Steigerung des Anteils an Ökostrom soll allerdings nicht wie gefordert aus Bestandsanlagen, sondern aus Neuanlagen bezogen werden.

 

„Für die SPD Eschweiler ist klar, dass auch die Stadt Eschweiler ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten muss“, so der Vorsitzende des SPD Stadtverbands Oliver Liebchen. „Dies muss aber mit Augenmaß erfolgen. Die heimische Braunkohle ist nicht Gegner oder Bremsklotz der Energiewende, sondern als Brückentechnologie ihr unverzichtbarer Bestandteil und zudem Garant für Bezahlbarkeit von Strom.“

 

Der SPD Stadtverband Eschweiler wird außerdem auf seiner Delegiertenkonferenz noch in diesem Monat das Thema „Energiewende mit Sinn und Verstand“ in Form eines Antrags dort aufgreifen. Denn im Zuge der aktuellen Koalitionsgespräche in Berlin wird von den Grünen der „Ausstieg aus der Braunkohle“ als Bedingung an die potentiellen Partner mit eingebracht.

 
 

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